New Golf Economy: Simulatoren als Treiber der Entwicklung in den USA

Viele Entwicklungen in europäischen Golf, und auch in Deutschland, hatten und haben ihren Ursprung in den USA. Werfen wir einen Blick auf die dortige „New Golf Economy“:

Golf ist auch in den USA nach wie vor das Spiel auf dem Golfplatz. Zunehmend schieben sich jedoch die Unterhaltung (Entertainment) am Computer, am Fernseher, und -mit rasant steigenden Wachstumszahlen- an Golf-Simulatoren in den Vordergrund.

Nach Angaben der National Golf Foundation spielten im Jahr 2024 in den USA
* 28,1 Mio. Golfer auf Golfplätzen
* 19,1 Mio. Menschen zusätzlich an Golf-Simulatoren. 51% davon waren „Nicht-Golfer“.

Golf-Simulatoren sind in den USA nur zu einem geringen Anteil auf Golfanlagen installiert. Der weitaus überwiegende Anteil wird von Unternehmen ivielmehr ganz bewusst in Innenstädten betrieben, wo man näher an den Interessenten/Kunden ist.

Der USA-Marktführer „Five Iron Golf“ bietet Indoor-Golf mit Golfsimulatoren und Schwungkameras und Zugang zu über 200 virtuellen Golfplätzen in drei Dutzend innerstädtischen Spiel-, Trainings- und Party-Locations in 18 Bundesstaaten der USA an. Five Iron Golf expandiert nach Europa, erste Anlagen entstehen in Spanien und Portugal.

Selbst PGA-Profis spielen inzwischen Simulator-Indoor-Golf in der (von Tiger Woods und Rory McIlroy mit initiierten) neuen Golfliga TGL.

Es gibt einen ganz klaren Trend: Das steigende Interesse am Golf manifestiert sich nicht mehr primär (und allein) auf dem Golfplatz (on course), sondern zu wachsenden Anteilen vielmehr außerhalb des Golfplatzes (off course). Geringere Zeit- und Kosten-Budgets erhöhen den Zuspruch für Simulatoren, Driving Ranges und Kurzplätze.

Dieser Trend wirft seine Schatten auch auf das europäische Golf voraus. Die Golf Course Owners Association of Europe (GCOAE) fasst die aktuellen Entwicklung der New Golf Economy wie folgt zusammen:

  1. Gewohnheiten nach der Pandemie: Menschen wählen Aktivitäten, die zu ihrem Lebensstil, ihrem Rhythmus und ihrer verfügbaren Zeit passen.
  2. Technologie: Von Übungssystemen bis hin zu Tracking-Tools verändert die Technologie die Art und Weise, wie Menschen trainieren und sich vernetzen.
  3. Indoor-Golf: Die Saison wird verlängert, das Training unterstützt und neue Zielgruppen werden angesprochen.
  4. Kurze Formate: Für Golfliebhaber mit wenig Zeit bieten kürzere Spielerlebnisse eine gute Alternative.
  5. Multisportanlagen: Golfanlagen entwickeln sich zunehmend zu Treffpunkten mit vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten.
  6. Influencer und Medien: Der erste Eindruck von Golf entsteht heute oft online, lange bevor jemand den Abschlag betritt.